Digitalisierung in der Ausbildung im bayerischen Baugewerbe

Irgendwie ging alles ganz schnell… Am Montagmorgen sah ich eine E-Mail in meinem Postfach. Absender war die Bauinnung München Ebersberg mit einer Einladung zum fachlichen Austausch mit: Klara Santer (zuständig für die Digitalisierung beim Landesverband Bayerischer Bauinnungen), Prof. Dr. Simon Vilgertshofer und Frau Lena Kempf (beide FH München) sowie Sebastian Posselt (Bauinnung München-Ebersberg). Das Thema: die „Digitalisierung in der Ausbildung im Baugewerbe in Bayern“, die sich mit der digitalen Vermittlung von Lehrinhalten und der Optimierung betrieblicher und schulischer Ausbildungsprozesse – insbesondere in Bauberufen – auseinandersetzt.
Dank meiner Schulleiterin konnte ich an diesem sehr interessanten Treffen teilnehmen.

Begonnen wurde mit einem Rundgang durch das Ausbildungszentrum und einer Besichtigung der unterschiedlichen digitalen Neuerungen in den verschiedenen Fachbereichen.

Bild: Forschungsprojekt der TU München bei der Bauinnung über
Robotergefertigte, ortsspezifische Gebäudehüllen für klimaresistente städtische
Umgebungen.
Bild: Handgeführte CNC-Fräse mit kleinen „Autokorrekturen“ für eine sehr genaue Verarbeitung.

Ein Mitbringsel vom BauCamp der Bayerischen BauAkademie vom letzten Wochenende aus Feuchtwangen war das Thema digitales Berichtsheft (ein eher unspektakuläres Thema), welches z.B. in Bayern aus meiner Sicht relativ einfach mit dem Office- und Clouddienst der BayernCloud Schule (ByCS) abgedeckt werden könnte. Eine Vorlage in einem Ordner ablegen und diesen mit der Ausbildungsleitung teilen – fertig!

Bei der Gelegenheit stellte ich die Struktur und Angebote der ByCS vor, und zwangsläufig kam die Frage auf, ob die überbetrieblichen Ausbildungsorte hier eingebunden werden können. Gute Frage, nächste Frage…

Anschließend wurden Möglichkeiten und Angebote im Bereich VR (Virtual Reality) und AR (Augmented Reality) in der Bautechnik erörtert bzw. vorgestellt und wie diese Dienste einem breiten Kollegium niederschwellig zugänglich gemacht werden können.

Sebastian Posselt brachte die umfangreichen Möglichkeiten von H5P für einen ersten Schritt zur Digitalisierung der Lernprozesse in der Innung ins Spiel. Zwangsläufig wurde (wieder) über die Lernplattform (Moodle) in der ByCS bzw. über eigene Moodle-Instanzen, aber auch offene Angebote wie ZUM-Apps (ein hervorragender OER-H5P-Speicher) diskutiert.
Bei allen diskutieren Punkten waren immer dieselben Fragen am Ende von zentraler Bedeutung:

  • Welche technischen Infrastrukturen gibt es hierfür schon bei den Betrieben und den überbetrieblichen Bildungspartner?
  • Welche Strukturen müssen bei diesen Institutionen noch geschaffen werden?
  • Welche Angebote (für einzelne Fachbereiche bzw. fächerübergreifende) eignen sich, um eine möglichst breite Akzeptanz beim Bildungspersonal zu erzeugen?
  • Und ganz wichtig: Welchen pädagogischen und didaktischen Mehrwert erzeugen die digitalen Erweiterungen?

Diese Fragen zeigen auf, wie komplex und differenziert hier der Weg noch sein dürfte und zugleich darf das alles nicht gesondert betrachtet werden, sondern muss im Kontext mit den Maßnahmen des Freistaats im Bereich der 1:1-Ausstattung betrachtet werden.

Fazit: Irgendwie ging alles ganz schnell…
Der weitere Austausch und die Entwicklungen werden uns aber lange noch beschäftigen.

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