OER und XR-Technologien – geht das?

Am 14. Juli lud der XR Hub Bavaria München zu einem Fachkongress für berufliche Schulen ins Deutsche Museum ein. Unterstützt vom TÜV SÜD und zahlreichen Ausstellern, konnte man sich schnell einen Überblick über die aktuellen Angebote und Möglichkeiten am Markt verschaffen.

Warum war ich dort? Natürlich als neugierige Lehrkraft, als Mitglied des Experten- und Referentennetzwerks Digitale Bildung der Beruflichen Schulen, für den Arbeitskreis Zukunftstechnologien in der Beruflichen Bildung, natürlich auch für die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. und für die OER-Community.

Den ersten Einblick und Überblick über das breite Angebot des XR Hubs Bavaria gab die Leitung Silke Schmidt. Sie stellte den Podcast, den Newsletter und ihre Aktivitäten auf den Medientagen vor, darunter der XR Report und ihren Beitrag beim Festival der Zukunft. Besonders interessant für den Bildungsbereich war die Vorstellung des Netzwerks XRXplorerer Schools und des Förderprogramms XR für den Mittelstand.

Ein Highlight war die Vorstellung des neuen Ausbildungsberufs für immersive Mediensgestaltung im Rahmen der dualen Ausbildung. Der TÜV SÜD präsentierte seine Angebote, darunter immersive Trainingseinheiten speziell für Sicherheitsübungen, die jedoch mit verhältnismäßig hohen Lizenzgebühren verbunden sind und somit für einzelne Schulen kaum erwerbbar sind. Hier wäre eine Lösung, dass die Fachberatungen in den jeweiligen Regierungsbezirken die Lizenzen erwerben und ihren Schulen zur Verfügung stellen.

Die Stiftung Bildungspakt Bayern stellte die Ergebnisse aus dem Schulversuch PERLEN 4.0 vor. Anschließend präsentierten sich verschiedene Unternehmen aus München und Bayern auf dem Markt der Möglichkeiten. Die Entwicklungen waren beeindruckend und zeigten sinnvolle Produkte, die bereits am Markt verfügbar sind.

Unternehmen wie EmphatiAI, die mit der München Klinik zusammenarbeiten, die Govar GmbH mit ihrer immersiven Ausstellung im Bergson und auch die WWK Versicherung mit ihrem Metaverse-Angebot waren vertreten. Den Abschluss machte der FilmFernsehFonds Bayern mit seinem Förderprogramm und den Möglichkeiten für Joint Ventures mit Unternehmen und Schulen.

In den Workshop-Phasen arbeiteten die Teilnehmenden daran, Einsatzfelder für XR-Technologie zu lokalisieren, möglichen Unterrichtseinsatz zu definieren und den möglichen Mehrwert für den Unterricht zu identifizieren. In der Gruppe Bau und Handwerk diskutierten wir Ideen, wie XR-Produkte Betonlabore oder Baugerüste ersetzen und somit die Anschaffung, Lagerung und Instandhaltung vereinfachen können. Weitere Punkte waren der Einsatz von 360-Grad-Touren in Kombination mit Infrarotkameras in der Versorgungstechnik sowie Schweißnahtprüfungen mit Ultraschall im Metallbereich.

Die Vernetzung zwischen den zahlreichen anwesenden Schulen und Institutionen war sehr förderlich. Allerdings muss man feststellen, dass freie Bildungsmaterialien und Zukunftstechnologien in der beruflichen Bildung mit XR momentan nicht wirklich zusammen gedacht werden. Die einzige niederschwellige Technologie für Lehrkräfte bleibt H5P mit der 360-Grad-VR-Tour, dem AR Scavenger (nicht ganz einfach) und das neue 3D-Modell.

Fazit: Es bewegt sich einiges, um den Unterricht weiterzuentwickeln, allerdings kostet alles Geld und der OER-Bereich wird nicht gefördert.

Bilder und Text: Patrick Oberdörfer CC-BY-SA 4.0

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