OER im Blick 2026 – ZUM Glück

Pitch, Menschen und Vernetzen – Mein Erlebnisbericht:

Es war einer dieser Momente, in denen das Herz ein bisschen schneller schlägt: 60 Sekunden, eine Folie, volle Konzentration. So stand ich auf der Bühne in Köln und sollte die Jury und das Publikum von unserem Projekt ZUM-Moodle powered by Moodlebande überzeugen. Die Wochen davor waren geprägt von Feilen, Formulieren und dem einen Gedanken: Das muss sitzen. Doch der Reihe nach…

Alles begann im Frühjahr, als ich auf das Förderprogramm OE Space des Bundesministeriums aufmerksam wurde. Die Fördersummen klangen für uns als ehrenamtlichen Verein erstmal astronomisch – aber die Bewerbung war überschaubar, der administrative Aufwand gering. Genau das Richtige für uns als ehrenamtlicher Verein, in dem alle ihr Engagement ohne finanzielle Entschädigung einbringt. Also setzte ich mich hin, studierte die Richtlinien und dachte: Das ist unsere Chance. Zusammen mit Katrin und Andreas feilten wir an den Texten, schliffen jede Formulierung. Und dann kam die Zusage: Wir waren mit dem ZUM-Moodle eines von 30 Projekten in der 2. Runde dabei! Die Einladung zum OER im Blick-Event in Köln war der nächste große Schritt – denn nur, wer dort pitcht, hatte eine echte Chance auf die Förderung.

Und so machten sich 29 Menschen auf den Weg nach Köln zum Pitch. Warum 29 und nicht 30? Ganz einfach: Michael Schulte vom Klexikon hatte sich mit zwei Projekten beworben – und wurde für beide eingeladen. Er hielt sogar zwei Pitches hintereinander, sechs Minuten am Stück. Respekt!

Aber wer sollte für das ZUM-Moodle fahren? Und hier spielte uns das Glück in die Hände. Meine Schulklasse war im Betriebspraktikum und in Kombination mit Homeoffice (im ICE) konnte ich die zwei Tage nach Köln. Als Hauptautoren der Bewerbung, ZUM-Vorstand und als langjähriges Moodlebande-Mitglied kannte ich natürlich alle Details und konnte beide Seiten – ZUM und Moodlebande – angemessen vertreten.

Die Location, das Smart Village in Köln, war beeindruckend: ein großer Hauptsaal, umgeben von Räumen für Workshops, Vorträge und Austauschrunden. Das Programm war so vielfältig, dass ich mich kaum entscheiden konnte. Und dann die bekannten Gesichter aus der OER-Community! Es war schön, alte Bekannte wiederzusehen – und natürlich hatte ich wieder den ZUM-LikOER dabei, diesmal in der Sorte Mirabelle. Etwas Spaß muss schließlich sein und der LikOER gehört auch mittlerweile zur OER Tradition.

Zugegeben war ich bezüglich der Pitch-Regeln etwas skeptisch. 60 Sekunden pro Projekt, eine Folie, ein gnadenloser Countdown – das klang doch ehr nach einer zeitlichen Empfehlung. Doch die Jury hatte das knallhart im Griff und es funktionierte: Ein Zeitbalken lief ab, bei Null ging die rote Ampel an, und der Pitch war vorbei. Danach gab es 120 Sekunden für Rückfragen der Jury. Die Dynamik war kurzweilig, die Stimmung positiv. Und die Projekte? Alle 30 waren spannend, innovativ und hätten die Förderung verdient. Besonders gefreut hat mich, dass nicht nur das ZUM-Moodle, sondern auch Michaels zweites Projekt, das Klexikon_UPDATE, den Zuschlag erhielt.

Bild: Michael Schulte

Fünf Tage später kam die offizielle Bestätigung per E-Mail: Wir haben die Förderung erhalten! Das wurde im wöchentlichen _Moodlemeeting am Donnerstagabend gebührend gefeiert. Jetzt geht es los: Das Projekt startet am 1. August 2026 und endet am 31. Januar 2027. Keine Ausreden mehr – wir haben die Chance und die Ressourcen, um das ZUM-Moodle powered by Moodlebande endlich in die Tat umzusetzen. Besucht uns auf moodle.zum.de – wir freuen uns über Feedback, Ideen und Rückmeldungen. Und natürlich über Inhalte und Bausteine von der Community für die Community.

Doch OER im Blick war mehr als nur der Pitch. Das Abendprogramm war bunt und vielfältig: SpOERT war auch auf dem Programm: Tischtennis mit Frank (epische Duelle!), Basketball, der übergroße Bär zum Klettern – und vor allem viele anregende Gespräche. Überraschend waren auch die Anfragen von anderen Projekten, die in den nächsten Monaten kritische Stimmungen durch Austausch und Vernetzung in konstruktive OER-Dialoge verwandeln wollen. Als OER-Influencer und Lehrkraft wurde ich gefragt, ob ich für solche Gespräche zur Verfügung stehen könnte. Wenn es terminlich passt, unterstütze ich das natürlich gerne. Denn eines ist klar: Das Streben nach freier Bildung liegt mir am Herzen.

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